STIMME AUS DEM NIEMANDSLAND

TOURNEE 'Edition Süd' & STARTNEXT

Unsere Musik erlaubt mir zu reisen. Die Menschen, neue Orte entdecken und unsere Musik zu spreaden. Gleich sind wir auf Konzertreise Franken und Bayern. Termine findet ihr hier. Schickt eure Freunde und Schwiegermütter vorbei, wir besorgen den Rest!

Prachtwerk Neukølln, Februar 2018.
Foto: JANDA

Dieses Jahr steht unter einem ganz besonderen Stern. Wir schrauben an unserer Vision von einem schmucken Album. Also Aufnahmen in einem Studio machen, diese mixen damit es auch schick klingt. Dazu Fotos schießen und in ein Artwork nach unserer Façon hinbauen. Weil das sehr kostspielig ist und wir dies als freischaffende Künstler nicht finanzieren können, starten wir die Crowdfunding-Kampagne CØPENIKK des anstehenden Albums ab jetzt auf STARTNEXT. Unterstützt Das würde mich unfassbar glücklich machen.

Kalbe am Kamin

Seit wenigen Tagen befinde ich mich mit Richard in Kalbe an der Milde, wo wir eine Künstlerresidenz verbringen. Hier in der Altmark kann ich die Stille høren. Kälber, Kirchglocken und das Bäckerauto kommt immer dienstags um 14 Uhr. Es war eine kleine Odyssee, euch diese Post ins Internet zu bringen..von dieser Sorte Outback sprechen wir.

Wir nutzen die Chance hier intensiv, um Worte auf Melodien zu formen, die letzten Stücke für unsere Album zu finalisieren. Das hilft beim Erden: Wege sondieren, eine gesunde Beziehung zu den sozialen Medien aufzubauen, einfach Zeit haben ohne Alltagshustle. Denn die Details entstehen aus dem Klang der Stille. Und sie kann ich fühlen hier im idyllisch-verschneiten Landhaus.

Seit ich ein Kind war..

Es ist meine Überzeugung wenn ich sage, dass ich nie etwas anderes sein wollte als Sängerin zu sein. Naja, vielleicht wollte ich mit acht mal ein paar Tage lang Archäologin werden, um Dinosaurier auszubuddeln und Knochen abzupinseln. Jetzt ist das Singen meine Arbeit und ich trage dafür gern die Verantwortung. Anzunehmen, was ich bin und das Ausmaß dessen anzuerkennen, waren zwei der prägendsten Mantren meiner ersten Stimmbildnerin. Sie klingen immernoch in mir. Das Label Sängerin habe ich bis dato allerdings mit viel Disziplin getrennt von meiner Privatperson. Seit gravierenden Veränderungen meines Lebens verwischen diese Grenzen zwischen Bizness und Privatem zunehmends. Meine sozialen Rollen funktionieren in einem einzigen komplexen Organismus. In mir. Es tut gut, alle Facetten zuzulassen.
So wie die Urbanen Chansons sich formen aus verschiedenen Einflüssen, sind sie am Ende eins und bedingen sich. Oft rekontextualisieren wir in ihrer Entstehung fremde Poesie und Musik, um unsere eigenen Impressionen zu verarbeiten. Um euch mehr teilhaben zu lassen, gibt es dazu auf Spotify nun eine Playlist mit den Stücken, die uns während der EP-Produktion begleiteten - einen Blick hinter den Vorhang.

Die subtile Kunst des 'drauf Scheißens'

Auf der Heizung in Neukølln.

Musik entsteht aus der Stille. Dort kann ich meine Träume besser hören. In der Ausgabe 'Stimme aus dem Niemandsland' stelle ich an diesem Punkt fest: meine Erinnerungen sind weitgehend verblasst. Wann hielt ich das letzte Mal den Stift zum Textschreiben in der Hand? Erykah Badu hat sinngemäß in einem Interview um die Jahrtausendwende mal gesagt: Schreibblockaden gibt es nicht. Wohl aber gäbe es Zeiten, in denen es einfach nichts zu berichten gibt. Meinerseits sind einige Wochen vergangen ohne Input der mich kickt.
Dann traf ich auf jemanden, der überzeugt war das Gefühl Neid in sich selbst nicht zu kennen. Das hat mich beeindruckt und zum Denken angeregt, denn mir ist er sehr wohl bekannt. Nach einigen Recherchen fand ich heraus, dass
Neid einem Mix aus Wut und Traurigkeit entstammt. Er entspringt einem Grundgefühl von Ungerechtigkeit.
Als Kind habe ich so geweint weil das letzte Einhorn so ungerecht behandelt wurde...ich spüre meinen loyalen Puls steigen wenn meinen Freunden oder mir selbst Unrecht wiederfährt. Jetzt tauchen wir tiefer und tiefer in den Sog der sozialen Medien. Puh, es ist schwer Entscheidungen im Umgang mit ihnen zu finden. Eine harte Prüfung sich dem zu zu wenden ohne je neidisch zu sein. Es bedeutet zu liken bis der Arzt kommt und 'den Markt' genau abchecken.
Die Diskrepanz dazwischen, sich inspirieren zu lassen und bei sich zu bleiben, zeitgleich transparent für die Gefolgschaft zu sein und wiederum dieser aktiv mit Herzen und Kommentaren zu folgen, empfinde ich als höchst komplexe Aufgabe an meine schöpferische Intelligenz. Kollegen sprechen davon, dass Instagram ein Ideen- und Inspirationstool sei. Stimmt auch. Aber wie stark/durchlässig soll ich lernen dafür zu sein? Wieviel Ablenkung tut Not? Es erfordert einen høchkonzentrierten Wachheitsgrad um als Künstler seine eigene PR zu managen. Oh my my.

Ich werde mich nicht beschweren, stattdessen möchte ich hierdurch den Verständnisgrad erhöhen für jemanden der unsere Materie nicht kennt. Fair enough. Für die Denker und Grübler folgt hierzu meine Literatur-Empfehlung entdeckt bei Alicia Keys' Bruder: "The subtle art of not giving a fuck - a counterintuitive approach to living a good life" von Mark Manson. Der Titel spricht für sich und dessen Inhalt nährt.

Jetzt ziehe ich mich zurück und geniesse den Schnee von innen am Kamin. Wir hören uns bald, es geht uns gut und ich geniesse jeden Moment. Ganz bestimmt.

Mit Grüßen vom Richard sende ich Wärme, enchanté Marie Antoinette.

Vienau by Ed Tadevossyan

DANKE!

Es ist SONNTAG! Mein erster Blogeintrag kommt geflogen:

Richard ist gerade die Musikszene von Bristol erkunden und ich finde Zeit nun eine neue Wohnung in Berlin zu suchen. Nachdem meine Tagebücher und Briefe (und mehr) nach den schweren Regenfällen in der Hauptstadt versanken. Das tut weh, aber macht Platz für neue Erinnerungen! Ich schreibe seit ich 14 bin, und erst in den letzten Jahren hat es Türöffner gegeben die mich motivierten das auch in die Musik zu legen. Mein Privates ist privat. Facebook besteht als Medium für die Werbung der Musik und um meine entfernten Freunde zu begleiten. Als ich vor einigen Wochen 20 junge Musiker aus Frankreich und Deutschland coachte, kamen wir zu der Frage ob sie Facebook oder Instagram pflegten. Deren Quote fiel so verschwindend aus, dass ich ins Grübeln kam: Vielleicht kann dieser Blog eine Brücke bilden zwischen: mir, unserer Musik sowie der Werbung auf den Kanälen da draußen. Unter meinem Herzen und meiner Hoheit für diejenigen, die es explizit interessiert. Seid also HERZLICH WILLKOMMEN!

DANKE – an alle Gastgeber und Gäste! Die letzten Konzerte waren fantastisch und uns geht es gut, wir wachsen zusammen, das Spielen macht immermehr Freude, wir wollen raus damit! In den nächsten Monaten bereiten wir das neue Album hinter und vor den Kulissen vor, und suchen gerade eine Künstlerresidenz Ende Februar 2018 um es zu Ende zu komponieren. Wer einen heißen Tip in Europa weiß, schreibt Bescheid! Einige Stücke davon gibt es schon in den Konzerten live zu hören. Die aktuellsten, „goldenen Möglichkeiten“ dazu findet ihr hier unter LIVE! Im November freuen wir uns außerordentlich darunter einige Veranstaltungen mit unserer PoetinBuddy BONNY LYCEN als VORWÄRTS, HERZ zu spielen! Be there.

Zu guter Letzt stocken wir auch nach reifer Überlegung unser digitales Erbe bei INSTA auf. Zugegeben, es macht richtig Spaß. Folgt uns gern dort: URBANE CHANSONS.

Ach so und wegen nächster Woche: BLUMEN SIND SCHÖN. WÄHLEN GEHEN AUCH! Geht mal hin, ist eine verantwortungsvolle Sache und Kulis liegen da auch rum!

Es grüßt, Marie Antoinette.

NEUHOF – mein Stückchen grünes Zuhause!